Die kleine Oma … „Mein Leben mit Martha“ – von Martina Bergmann

Hintergrund Herz aus Holz - Vordergrund Buchcover

Schon seit einer Weile verfolge ich die Beiträge zu #MeinLebenMitMartha. Es gab auf Facebook und Instagram immer wieder kleine Teaser, die mich durchwegs zum Schmunzeln brachten.

Der Ton dieser kleinen Ausschnitten gefiel mir von Anfang an – und das Buch wanderte auf meine Wunschliste. Wobei – eigentlich wanderte es direkt auf meine „zu kaufen“ Liste.

Umso glücklicher war ich dann, als mir der Eisele Verlag ein Leseexemplar zur Verfügung gestellt hat (habe ich eigentlich schon erwähnt, dass dieser Verlag eine durchwegs wunderbare Bücherliste hat? – Manchmal ist es ganz einfach neue Bücher zu finden: ich muss mir nur die Neuheiten vom Eisele-Verlag ansehen.)

Aber nun zu Martha und Martina. Eigentlich gehört zu der Geschichte auch Heinrich, der Mann von Martha. Heinrich hat sich Martina ausgesucht – seitdem verbringen sie immer wieder Zeit gemeinsam. Auch um sich über Literatur und andere Themen auszutauschen. Martha hat dafür nicht immer Zeit – irgendwer muss den Laden ja am Laufen halten, daher hat sie immer viel zu tun. Außerdem ist sie in „poetischer Verfassung“, sagt Heinrich. Nach Heinrichs Tod, zieht Martina zu Martha. Martha lebt ihr Leben nach ihren eigenen Gesetzen. Nicht alle Leute in ihrem Umfeld wollen das akzeptieren und einige sind davon überzeugt, dass Martha in einem Heim besser aufgehoben wäre. Es gibt aber auch die Bäckersfrau ums Eck, für die es in Ordnung ist, dass Martha weiterhin mit D-Mark bezahlt. Für andere ist es aber schier unvorstellbar, dass Martina freiwillig eine Dame mit Alzheimer begleitet, ohne damit verwandt zu sein oder dabei nicht zumindest einen persönlichen Vorteil herauszuholen.

So kommt es, dass die wahre Herausforderung für Martina längst nicht Marthas Krankheit ist, sondern die Bürokratie, die mit der Betreuung und Pflege eines Menschen einhergeht.

Diese Geschichte zeigt auf wunderbare Weise, wie eng wir die gesellschaftlichen Normen sehen – ohne darüber nachzudenken ob sie denn überhaupt Sinn ergeben.

Wer soll mitlesen?

Das Buch ist mir ans Herz gewachsen – mit viel Humor beschreibt Martina Bergmann den nicht immer leichten Alltag. Sie schafft es, ohne mürrischen Unterton die Engstirnigkeit auf elegante Weise an den Pranger zu stellen und uns alle ein bisschen wach zu rütteln. Daher möchte ich es wirklich jedem und jeder empfehlen. Die 224 Seiten sind einerseits auch für Lesemuffel leicht zu schaffen und andererseits für alle Leseratten ein purer Genuss – hier findet ihr wirklich 224 Seiten voller Qualität. Und ihr habt die Chance, die kleine Oma etwas näher kennenzulernen! Die solltet ihr euch wirklich nicht entgehen lassen.


Autorin: Martina Bergmann | Titel: Mein Leben mit Martha | Erschienen am: 22.02.2019 | Eisele Verlag | ISBN-10: 3961610533 | Seiten: 224 (gebundene Ausgabe) | auch als eBook erhältlich

Titelbild: Pixabay


Lesen! | Lesen! | Lesen!

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Eine unglückliche Episode … die Gemeindebücherei und ich.

Ich mag Bücher richtig gerne. So gerne, dass ich sie auch besonders gerne BESITZE. Aber hin und wieder meldet sich die Vernunft zu Wort (manchmal ist die „Vernunft“ auch gleichzeitig mein Mann) … und ich überlege ernsthaft, in die örtliche Bücherei zu gehen. Man kann Bücher ja ausleihen – erst recht, wenn man sie (wie ich) nur einmal liest.

Ja – ich weiß.

So kommt es, dass ich eines Abends in der Gemeindebücherei stehe. In der Gemeinde, in der ich aufgewachsen bin. In der keine der Angestellten meinen Namen weiß. Mit der Vernunft an meiner Seite habe ich mich trotzdem durchgekämpft – die „Vernunft“ sagte mir dann auch gleich: „Na, fragt sich, wer zu wem Bücher ausleihen gehen sollte. Ich denke du könntest diese Sammlung hier mit ein paar deiner Bücher etwas aufwerten.“

Um ihn nicht auf dumme Gedanken zu bringen, habe ich mir schnell 2 Bücher ausgesucht. Ich fand auch gleich – und darauf war ich zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon sehr neugierig – Arno Geigers „Unter der Drachenwand“. Außerdem noch ein Buch von Michael Köhlmeier – ich kannte den Autor bisher erst von einem Buch, und wollte ihm eine zweite Chance geben.

Schnell raus und nach Hause zum Lesen…

Dort stelle ich fest, dass dieses Exemplar von „Unter der Drachenwand“ noch von niemandem gelesen wurde. Interessante Erkenntnis über die Leser… oder die Bücherei. Denn entweder interessiert das hochgefeierte Buch des österreichischen Autors bei uns im Dorf niemanden – oder die Bücherei kam erst kürzlich drauf, dass dieses Buch in die Sammlung einer öffentlichen Bücherei passen könnte.

ODER all diese Leute sind deutlich schlauer als ich, und wussten schon vorab was ihnen bevorsteht. Die Geschichte handelt von den letzten beiden Kriegsjahren des 2. Weltkrieges – und beschreibt die Mühseligkeit und Sinnlosigkeit eines Krieges nur zu gut. Arno Geiger hat an dem Buch 12 Jahre lang gearbeitet:

„Es lag jedes Jahr für ein paar Wochen oder paar Monate auf dem Schreibtisch.“

Dabei sei es immer spannender, aber auch immer schmerzhafter geworden,

„… je mehr ich mich darauf eingelassen habe. Das Buch hat mich viel Kraft gekostet und dass diese Kraft jetzt mit dem Bremer Literaturpreis belohnt wird, ist was ganz Großartiges. Das bestätigt natürlich auch die Arbeitsweise und ist ein Ansporn für die Zukunft, auf diese Art weiterzuarbeiten.“

Mein persönliches Empfinden war ähnlich. Nicht schmerzhaft, aber am Ende hat es mich auch Kraft und Ausdauer gekostet das Buch fertigzulesen. Man soll mich nicht falsch verstehen – das Buch ist nicht schlecht. Aber eine Thematik, wie die letzten beiden Kriegsjahre bietet wenig „unterhaltungswert“. „Zäh wie Kaugummi“ trifft’s eher. Aber genau so muss sich diese Zeit wohl auch angefühlt haben. Daher bin ich sehr zerrissen, was meine Meinung zu dem Buch angeht. Ich würde mich keinesfalls noch einmal hindurchquälen wollen – aber es hat die gewählte Thematik sehr gut beschrieben.

Trotzdem hoffe ich inständig, dass Arno Geiger den Satz „Der Erfolg des Buches bestätigt natürlich auch die Arbeitsweise und ist ein Ansporn für die Zukunft, auf diese Art weiterzuarbeiten.“ nicht zu ernst gemeint hat. Ich kenne sein Buch „Der alte König in seinem Exil“ – und weiß daher, dass er auch andere Erzählstile ausgezeichnet beherrscht. Dieses Buch kann ich jedem wärmstens empfehlen – es erfüllt meine Erwartungen an gute Bücher deutlich besser!

„Unter der Drachenwand“ hingegen ist etwas für die, die jetzt gespannt sind, warum es mir so mühsam vorkam – oder für all jene, die wissen wollen, für welche Art von Erzählung man den höchstdotierten deutschen Literaturpreis abstauben kann.

Aber es gab ja noch das zweite Buch „Bevor Max kam“ von Michael Köhlmeier. Das sind Kurzgeschichten, die dem „Wiener Mythos“ und dem „Wiener Kaffeehaus“ gewidmet sind. Tja… Das war wohl auch nichts.

Ich habe die Bücher in der Zwischenzeit zurückgebracht. Ich werde bei Gelegenheit wieder in der Bücherei vorbeischauen. Sie hat auch eine zweite Chance verdient…

Man lasse den Couch Abend beginnen! – Anna Pfeffer, Unter uns nur Wolken

Ani steht vor einem Neuanfang. Unfreiwillig, aber endgültig. Sie weiß nicht wohin – nur eines ist klar: sie geht nicht zurück zu ihrer Mutter.
Auf der anderen Seite des Schicksals steht Tom, mit seinem Großvater Florian. Florian hat Alzheimer und Tom muss den Balanceakt zwischen seinem Job und der Pflege seines Großvaters schaffen.
Nachdem Florian bisher jede Pflegekraft erfolgreich vergrault hat, gibt Tom Ani eine Chance. Wie lange wird sie als Pflegerin für seinen geliebten Großvater durchhalten?

Eine unterhaltsame und kurzweilige Geschichte – schön verpackt und leicht zu lesen. Für mich ein tolles Buch für den Abend auf der Couch. Anna Pfeffer schafft es, den Leser sofort mitten in das Geschehen zu holen.
Wie erwartet stellen sich im Lauf der Geschichte nicht allzu viele Überraschungen ein, aber die Neugier und der abwechslungsreiche Erzählstil hielten mich immer am weiterlesen, sodass ich die Geschichte nicht aus der Hand legen wollte.

Ein super Buch für alle, die sich gerne auf eine schöne, lustige und gefühlvolle Lesereise begeben möchten.

Verlag: Aufbau Verlag | Autorin: Anna Pfeffer | Erschienen: am 07.12.2018 | ISBN 9783746634302

 


Danke an den Aufbau Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar. Photo Credit: Pixabay (Titelbild).

#UnterUnsNurWolken 
#NetGalleyDE

Kokosnuss trifft Zauberschüler

Ich hatte wieder einmal das Vergnügen mit dem kleinen Drachen Kokosnuss auf Entdeckungsreise zu gehen. Dieses Mal trifft er in den Sümpfen der Insel mit seiner Freundin Mathilda und seinem Freund Oskar auf einen Zauberschüler. Doch eigentlich waren sie ja auf der Suche nach einem Hausschwein – Gerüchten zufolge soll es sich auch in den Sümpfen herumtreiben?!

8 Augen sehen mehr als 6 – also suchen die vier Abenteurer gemeinsam. Mit vereinten Kräften gelingt es Ihnen schließlich herauszufinden was hinter dem Mythos des Hausschweins steckt – sie müssen bloß aufpassen, dass sie nicht dem Spitzmaul-Drachen über den Weg laufen. Der soll nämlich auch in den Sümpfen wohnen. Oder ist das nur ein Märchen?

Ein kurzweiliges Abenteuer aus der Reihe des Kleinen Drachen Kokosnuss (auch als gebundenes Buch erhältlich):

Der kleine Drache Kokosnuss und der Zauberschüler (Die Abenteuer des kleinen Drachen Kokosnuss, Band 26)

Ich durfte mir diese Geschichte als Hörbuch anhören und finde auch dieses Abenteuer aus der Welt des kleinen Drachen sehr unterhaltsam. Ich plane allerdings demnächst in den sieben Sümpfen vorbeizuschauen – und persönlich Matilda (die beste Freundin von Kokosnuss) zu erklären, dass auch Mädchen mutig und unternehmungslustig sein können 😉

Wer geht mit auf Abenteuerreise?
Ich würde das Buch/Hörbuch allen abenteuerhungrigen Kindern ab 4 Jahren empfehlen.

Danke an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Ihr seid (wie immer) einfach großartig!


Autor: Ingo Siegner, Titel: Der kleine Drache Kokosnuss und der Zauberschüler, Verlag: cbj, ISBN: 978-3-8371-4126-9


 

Flucht nach vorne…. Utopia

Der Manesse Verlag war so nett und rettet mir den Tag. Überall schneit es – nur bei uns gibt es ausschließlich Wind. Und Grün. Und noch viel mehr Wind. Also Flucht nach vorne – oder zurück? Auf alle Fälle nach Utopia. Erschien eigentlich 1516 – der Manesse Verlag hat die Genialität des Werkes wiederentdeckt und den Klassiker neu aufgelegt. Mit schönem Einband, Lesebändchen, liebevollen Grafiken und übersetzt in feines Deutsch (Originalsprache: Latein). Ich bin dann mal in Utopia.

Ladies corner…

An die neugierigen Männer, die jetzt trotzdem mitlesen – ihr seid natürlich auch willkommen.

In meinem Bücherstapel gibt es ein paar besondere Schätze, die bisher immer auf die „richtige“ Gelegenheit warten um hier am Blog in gebührendem Rahmen vorgestellt zu werden… Jetzt ist es soweit und es heißt: Bühne frei für die erste Ausgabe der „Ladies corner“ auf diesem Blog. Ich bin gespannt, welche Reaktionen darauf folgen. Einige von diesen Büchern sind nämlich richtige „Nervensägen“. Sie regen auf, sie bringen AHA-Momente und zwingen uns dazu, eine eigene Meinung zu bilden… Also, legen wir los mit:

  • Moody Bitches, Julie Holland
  • Lieben muss man unfrisiert, Nadine Kegele
  • Crash! Boom! Ben!, Betty Buttersky

Moody Bitches

Als ich das Buch von Julie Holland zum ersten Mal in den Händen hielt, hatte ich meine Zweifel, ob ich es denn „komplett“ lesen werde. Ein über 500 Seiten starkes Sachbuch! Uff… Ich denke, das habe ich bisher noch nie geschafft. Ein Vorteil, dass ich das Buch online bestellt habe und mich die Seitenzahl dann überrascht hat. In einer Buchhandlung hätte mich das wohl abgeschreckt. Allerdings fand ich das Thema wirklich sehr spannend und hatte die Vorahnung, dass einige Kapitel ein paar ganz interessante Erkenntnisse bringen könnten. Und wie so oft, kam es anders…

Tatsächlich habe ich das GANZE Buch gelesen. Alle 544 Seiten. Naja… fast. Die letzten 160 Seiten sind Referenzen, Register, ein Glossar und ein Arzneiverzeichnis. Somit bleiben nur gut 350 Seiten zum „richtig“ lesen. Und diese sind absolut kurzweilig und durchgehend sehr interessant.

Worum geht’s jetzt eigentlich?

Was mir von Anfang an sehr gut gefallen hat, ist, dass hier eine Expertin zu Wort kommt. Julie Holland ist Ärztin – sie weiß wovon sie spricht und erzählt keine Geschichten von Wundermitteln. Ihr Ansatz ist ehrlich und pragmatisch. Die Wahrheit ist manchmal unbequem. Zum Beispiel, wenn sie provokativ sagt, dass viele von uns lieber zu Medikamenten greifen als Sport zu machen. Antidepressiva und Schmerzmittel werden allzu leicht verschrieben und erfreuen sich fragwürdiger Beliebtheit.

Julie Holland bietet keine Allheilmittel – aber sie räumt mit so mancher schwachsinnigen Theorie auf, die sich dahergelaufene Möchtegern-Gesundheitsspezialisten zunutze machen und jedem, der es sich leisten kann, irgendwelche Halbwahrheiten verkaufen. Noch schlimmer kommt es, wenn auch Ärzte nicht mehr fachgerecht beurteilen ob eine Medikation oder doch einfach etwas mehr Wissen und Verständnis für den eigenen Körper angebracht wären. Oder umgekehrt, wenn ernstzunehmende Warnsignale nicht erkannt werden und gewinnbringende Heilmittel anstatt ehrlicher Medikamente verschrieben werden. Besonders anfällig (oder aus anderer Sicht – besonders lukrativ) für all diese schmerzhaft teuren Therapien sind Frauen. Jeder gute Geschäftsmann weiß, überzeuge die Frau und du bekommst das Geld.

Menschen haben Launen – und das nicht ohne Grund! Wer seinen Körper versteht und seiner Gesundheit einen Platz im Alltag einräumt, wird plötzlich herausfinden woran es wirklich mangelt – oder eben nicht mangelt. Bereits am Beginn des Buches schreibt Holland:

„… Wir
träumen davon, perfekt zu sein; wir tun so, als würde uns das
mühelos gelingen, aber wir waren nie für so ein statisches
Leben bestimmt. Von Natur aus sind wir dynamisch, zyklisch
und launisch. Ja, wir sind launisch, und das ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. …“

Im Laufe der verschiedenen Kapitel wird klar, was damit gemeint ist und wieviel uns unser Körper erklären und helfen kann, wenn wir nur zuhören und auf ihn eingehen. Ein besseres Gefühl für unsere Gesundheit und unseren Körper kann uns in allen Lebenslagen helfen. Egal ob im Beruf, beim Sport oder in zwischenmenschlichen Beziehungen – die richtige Balance für uns zu finden, kann viele Probleme entwaffnen oder sie gar nicht erst zu Problemen werden lassen.

Wer soll mitlesen?

Ich würde das Buch jeder Frau – egal welchen Alters – ans Herz legen. Neugierige Männer können natürlich auch gerne mitlesen und darauf hoffen ihre Frauen besser zu verstehen… Und natürlich sind manche Abschnitte auch durchaus für Männer informativ. Wer sich im Allgemeinen für Hormone interessiert und sich dem Thema mit etwas Humor nähern will, wird auch mit dem Buch „Sorry, das waren die Hormone“ von Ronny Tekal (Arzt, Medizinkabarettist) unterhaltsame Lesestunden erleben (auch informativ, aber geschlechtsneutraler als Moody Bitches).

 

Lieben muss man unfrisiert – Nadine Kegele

Der Verlag Kremayr & Scheriau ist mir seit einiger Zeit als besonders „unbequem“ bekannt. Hier erscheinen Bücher zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen – und, was mir besonders gefällt, er macht es dem Leser leicht, über den Tellerrand zu schauen.

Auf der Verlagsseite wird die Philosophie des Verlages mit folgenden Worten beschrieben:

Wir sehen uns als Plattform für politische Themen und gesellschaftliche Trends. Bei unseren Ratgebern legen wir Wert auf niveauvolle, fundierte Beratung durch Experten ihres jeweiligen Faches. Und wir lieben gute Geschichten – das „literarische Sachbuch“ ist uns ein besonderes Anliegen.

Schon vor einiger Zeit erschien in diesem Verlag „Lieben muss man unfrisiert“ von der österreichischen Autorin Nadine Kegele. In Anlehnung an Maxie Wanders Werk „Guten Morgen, du Schöne“ (erschienen 1977) veröffentlicht Kegele hier 19 Tonbandprotokolle von Frauen unterschiedlicher sozialer und geografischer Herkunft.

Ich sage es hier auf Tonband, damit alle mich hören können.

Sie alle erzählen von lebensprägenden Entscheidungen, Rollenbildern mit denen die Frauen groß geworden sind und wie Gesellschaft, Krieg, Diskriminierung und soziale Übergriffe ihren Lebensweg beeinflusst haben.

Das „rohe“ Format des Protokolls macht diese Erzählungen richtig interessant. Hier werden keine Meinungen aufgedrängt, sondern einfach aus dem Leben erzählt. Ehrlich, unterhaltsam, bewegend und aufrüttelnd.

Wer soll mitlesen?

Ein Buch für starke Persönlichkeiten – oder die, die es gerne einmal werden wollen. Egal ob Frau oder Mann – nur den Tellerrand könnte man aus den Augen verlieren. 😉

 

Crash! Boom! Ben!

Und natürlich fehlt dieser Ladies corner noch ein Buchtipp aus dem Unterhaltungsgenre 😉 Auf besondere Empfehlung hin möchte ich euch „Crash! Boom! Ben!“ von Betty Buttersky vorstellen.

Dieser Tipp ist auch dahingehend etwas Besonderes, da er mir von einer Freundin für den Blog empfohlen wurde. Wenn mir so etwas passiert, freue ich mich doppelt. Zum Einen, weil da doch tatsächlich jemand meinen Blog ernst genug nimmt um eine Herzensempfehlung abzugeben und zum anderen, weil ich es einfach immer unglaublich toll finde, wenn jemand ein Buch findet, dass ihr oder ihm so richtig gut gefällt – sodass sie oder er es auch jemand anderem ans Herz legen möchte.

Vorhang auf für die absolut überzeugende Empfehlung von Crash! Boom! Ben:

Das Erstlingswerk dieser Autorin hat mir wirklich gut gefallen, da Sie die Leser absolut in ihren Bann zieht und man immer das Gefühl hat unbedingt weiterlesen zu wollen. Ich habe das Buch in wenigen Tagen verschlungen und war immer wieder positiv überrascht und fasziniert in welche Richtung die Autorin die Geschichte lenkt. Gerade am Ende des Buches zeigt sich die Fantasie der Autorin, die meiner Meinung nach grenzenlos ist. Üblicherweise hat man ja immer so seine eigene Vorstellung vom Ende eines Buches, aber mit dem Ende das Sie gewählt hat, hätte ich nie gerechnet. Ich musste den Ausgang der Geschichte erst realisieren und alle Einzelheiten miteinander verknüpfen. Aber ich kann sagen, dass ich gerade dadurch das Buch für aussergewöhnlich halte. Die Autorin wählt verschiedene Blickwinkel und Perspektiven in ihrem Schreibstil, dass damit das Lesen sehr kurzweilig macht. Das Buch ist wirklich spannend, berührend, sowie romantisch-erotisch. Im Grunde glaube ich, dass jede Frau einen „Ben“ in ihrem Leben haben möchte und ich kann nur empfehlen, das jede ( 😉 ) sich mit „Julie“ auf ihre Lesereise begeben soll. Es ist einfach „Bentastisch“! Ich freue mich schon sehr auf weitere Bücher von Betty Buttersky.

Na dann, schnell ab damit auf meine persönliche Bücher-Wunschliste!

Also liebe Ladies, auf zum Buchhändler eures Vertrauens.

Dunkelgrün fast schwarz

Was ist dunkelgrün fast schwarz? Seit ich diesen Buchtitel kenne, muss ich darüber nachdenken. Immer lande ich in einem Wald. Einem dichten Wald, mit viel Wasser und Moos. Viele Bäume und wenig Licht. Etwas düster und beängstigend, aber gleichzeitig auch friedlich.

Außerdem denke ich immer wieder daran, dass es schon als Kind in der Schule meine Lieblingsfarbe war. Eher untypisch für Mädchen. Daher beschränkten sich die Dinge in meiner Lieblingsfarbe auch auf einen Stift. Dunkelgrün – fast schwarz, der Jolly Buntstift dazu hieß: „Smaragdgrün“.

Der Titel stammt vom Debüt Roman einer österreichischen Autorin. Mareike Fallwickl kommt aus Hallein (bei Salzburg) und arbeitet als freie Texterin… und, und, und… Ich spare mir die korrekte weitere Berufsbezeichnung, denn für mich ist sie einfach eine grandiose Autorin.

Sie hat eine besondere Art mit Worten umzugehen. Ihre Sätze erzählen nicht nur Geschichten, es ist viel mehr so, als ob in jedem Satz auch eine Melodie mitschwingt. Und Farbe. Oft dunkelgrün – fast schwarz. Diese Farbe und die ganz besondere Art der Erzählung machen es mir schwer, über das Buch zu schreiben. Egal wie ich es formuliere, es kann dem Buch und der aufwühlenden Geschichte niemals gerecht werden.

Daher kann ich für euch nur den Klappentext zitieren und sagen: LESEN!

Raffael, der Selbstbewusste mit dem entwaffnenden Lächeln, und Moritz, der Bumerang in Raffaels Hand: Seit ihrer ersten Begegnung als Kinder sind sie unzertrennlich, Raffael geht voran, Moritz folgt. Moritz und seine Mutter Marie sind Zugezogene in dem einsamen Bergdorf, über die Freundschaft der beiden sollte Marie sich eigentlich freuen. Doch sie erkennt das Zerstörerische, das hinter Raffaels stahlblauen Augen lauert. Als Moritz eines Tages aufgeregt von der Neuen in der Schule berichtet, passiert es: Johanna weitet das Band zwischen Moritz und Raffael zu einem fatalen Dreieck, dessen scharfe Kanten keinen unverwundet lassen. Sechzehn Jahre später hat die Vergangenheit die drei plötzlich wieder im Griff, und alles, was so lange ungesagt war, bricht sich Bahn – mit unberechenbarer Wucht.

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Ihr nächstes Buch ist in Arbeit und steht für mich ganz klar auf meiner Leseliste (ja – Leseliste, nicht Wunschliste). Es gab bisher eine handvoll Bücher, auf deren Erscheinung ich tatsächlich gewartet habe. Mareike Fallwickls nächstes Werk ist eines davon. Ich kaufe es. Egal, worum es geht. Ich will mehr von ihrer Art der Erzählung erleben. – Und ich hoffe sie bekommt diese Rezension nicht zu Gesicht. Sie wird es wohl hassen. Ich denke, sie kann Schwärmereien nicht leiden.

Wer neugierig geworden ist, auf die Person die sich hinter diesem Buch verbirgt, sollte Mareike Fallwickl auf Instagram folgen. Dort findet ihr sie als the_zuckergoscherl und dann werden einige von euch vielleicht verstehen, warum mir ihr schwarzes Herz nur allzu sympathisch ist.

 

480 Seiten | 2018 | Hardcover | Debütromane in der FVA | ISBN 9783627002480

 

Gestorben wird immer – und Signor Rinaldi kratzt die Kurve

Hier kommen 2 Buchtipps mit unterhaltsamen Geschichten aus dem Leben jenseits der 80. Ganz nach dem Motto: alt, aber kein bisschen leise. 😉

Der Tod war Agnes’ Geschäft. Über Jahrzehnte hinweg führte sie den Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne in Hamburg und lenkte gebieterisch die Geschicke der Familie. Mit 91 Jahren nun hat Agnes von allem und jedem genug, sie will reinen Tisch machen und endlich das Geheimnis lüften, das sie viel zu lange schon mit sich herumträgt. Da ihre Tochter das Weite gesucht hat, beauftragt sie ihre Enkelin Birte, die Einzige, die aus demselben harten Holz geschnitzt ist wie sie, den ganzen Clan zusammenzutrommeln – kein einfaches Unterfangen, denn alle sind sich spinnefeind. Es ist Zeit für die Wahrheit.

Froehlich_AGestorben_wird_immer_176260.jpgIch habe eine Schwäche für Geschichten in denen sich eine kauzige alte Hauptfigur versteckt. Daher war ich auch auf „Gestorben wird immer“ neugierig. Diese Agnes scheint mit 91 ja noch ein ganz starker Charakter zu sein. Und genau das bestätigt sich beim Lesen des Romans. Der Leser erfährt was im Lauf der Generationen hinter den Kulissen des Familienunternehmens passiert ist und wie es dazu kommen konnte, dass Agnes nun Bedarf darin sieht, das Geheimnis zu lüften.

Ein gelungener und kurzweiliger Familienroman, dessen Geschichte bis vor die Kriegszeit zurückreicht. Somit kommt auch noch ganz nebenbei eine kleine Prise Geschichtsunterricht beim Leser an, was mir auch besonders gut gefallen hat, da ich diesbezüglich immer wieder eine Auffrischung gebrauchen kann. 😉

Lesestoff für Zwischendurch, lustig-spannende Unterhaltung für den Abend auf der Couch oder (wie in meinem Fall.. also entschuldigt, wenn ich damit jetzt gleich wieder Fernweh auslöse) den Nachmittag am Strand.

Verlag: Penguin, 336 Seiten, 13,5 x 20,6 cm | ISBN: 978-3-328-10001-0 | € 13,00 [D] | € 13,40 [A] | CHF 18,90* (* empfohlener Verkaufspreis)| Erschienen:  11.10.2016


3D_LicalziNach der weiblichen Protagonistin in „Gestorben wird immer“ habe ich einen mindestens ebenbürtigen Gegenspieler gefunden: “Signor Rinaldi kratzt die Kurve“. In dem super unterhaltsamen Italien Roman findet man neben einem charakterstarken Signor Rinaldi auch die eine oder andere Weisheit fürs Leben und genug zum Schmunzeln. Und als Parallele zum ersten Buch, spiel auch hier der Tod eine nicht unwesentliche Rolle. Signor Rinaldi plant schließlich sich umzubringen und macht auch gar kein Geheimnis daraus. Nur seine Familie nimmt ihn nicht so ernst, wie sie sollte. Und so endet (ohh… ein Wortspiel 😉 – ob’s stimmt, müsst ihr beim Lesen selbst herausfinden) er zusammen mit seinem Enkel auf einem Roadtrip der etwas anderen Art.

„Du und ich mit dem Auto nach Rom, und wer ist der Fahrer, du?“
„Nein, du. Kannst du etwa nicht mehr fahren?“
„Na, hör mal, warum sollte ich nicht mehr fahren können?“

„Ist der auch brav?“, fragte er und zeigte auf das Untier, das ihn jedoch nicht weiter beachtete und unbeirrt nach vorne starrte.
„Nein“, beeilte ich mich zu sagen, „der schnappt nach jedem, der ihm vor die Schnauze läuft.“
„Das darfst du nicht ernstnehmen“, sagte Diego, „Sid ist das reinste Lämmchen.“
Schön wär’s, dachte ich. Sid ist vier Lämmchen, wenn man sie aufeinanderstapelt.

Auch dieses Buch ist perfekt geeignet für den Abend vorm Kamin, die letzten Sonnenstunden auf der Terasse (oder Regenstunden im Wintergarten?), aber auch für den Wellnessnachmittag, den man dann mit einem feinen Glas Wein ausklingen lassen kann.

Und wer sollte mitlesen? Absolut niemand sollte sich Signor Ronaldis Abenteuer entgehen lassen! Hier ist gute Unterhaltung garantiert und darin findet sich auch gut versteckt meine neue Erklärung der wahren Gleichberechtigung von Männern und Frauen. 😉

Verlag: Eisele-Verlag | Aus dem Italienischen von Luis Ruby, Originaltitel: L’ultima settimana di settembre, Rizzoli | ca. 320 Seiten| € 18,00 (D) | € 18,50 (A)| ISBN: 978-3-96161-001-3 WG 1112 | Erschienen am 22. September 2017

Ein Kinderspiel… Bloß nicht blinzeln – Tom Booth

Beinahe hätte ich es vergessen – zum Glück hat das Buch mich wieder daran erinnert… So einfach wie unterhaltsam – das Bockschauen! 😀

Tom Booth hat dieses Spiel in ein Kinderbuch gepackt und herauskommt: „Bloß nicht blinzeln“. Als ich das Buch zum ersten Mal durchgeblättert habe, war ich etwas überrascht – ich dachte da kommt noch etwas. Aber beim 2. Mal fand ich schon mehr Gefallen daran. Und seitdem gefällt es mir mit jedem weiteren Mal besser.

Im Buch lädt ein Kind den Leser zum Bockschauen ein. Nach und nach tritt man gegen viele Tiere an – und am Ende stellt sich die Frage, wer nun gewonnen hat? That’s it! Auf jeder Seite gibt es liebenswert gestaltete Tiere anzusehen und immer wieder etwas zu entdecken. Die Dialoge sind kurz und einfach – jung und alt freuen sich, dass sie ein Buch in Rekordzeit auslesen können. 😀

Ich habe das Buch einmal in gemütlicher Runde herausgeholt – eigentlich für die Kleinen unter uns ( – endlich ein Buch, dass sich sogar schon für Kinder ab 2 Jahren eignet – ), aber am Ende hat doch jeder Erwachsene am Tisch zumindest 1 x mitgespielt. Die Begeisterung war groß.

Daher: ein einfaches aber unterhaltsames Büchlein, dass ich gerne empfehle. Besonders gut geeignet für die Jüngsten – erst recht wenn Mama oder Papa (manchmal auch die Tante) davon überzeugt sind, dass Bücher ein ganz besonderes Vergnügen sind, das man den Kleinsten nicht vorenthalten darf.

Photo credit: Pixabay

Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.