Schatten auf einem nächtlichen Streifzug durch Barcelona

Schon lange habe ich mir vorgenommen, ein Werk von Carlos Ruiz Zafon zu lesen. Ein guter Freund von mir hat bereits viele seiner Bücher gelesen und hat mich schließlich richtig neugierig darauf gemacht. Ganz besonders, als er mit einem dieser Bücher eine scheinbare Ewigkeit beschäftigt war um es zu Ende zu lesen. Für mich war die Schlussfolgerung, dass das Buch ja ziemlich langweilig sein müsste, wenn er es denn gar nie zu Ende brachte. Allerdings las er es mit Begeisterung bis zum Schluss und behauptete, dass es ganz und gar nicht langweilig sei – man brauche eben etwas Zeit zum Lesen. Das einzige was ich davon behalten habe war, dass das Buch auch noch ganz düster etwas mit „dem Friedhof der Bücher“ zu tun hatte. Für eine Bücherfreund wie mich doch eher abschreckend.

Da ich von Natur aus neugierig bin, konnte ich meine Finger schließlich nicht davon lassen diesen Autor kennenzulernen. Als ich das Leseprojekt startete, beschloss ich klein anzufangen und hielt bewusst NICHT nach „dem Friedhof der Bücher“ Ausschau. Mein e-Reader brachte mir auch gleich einiges zur Auswahl und ich entschied mich für „Der Schatten des Windes“. Nach wenigen Seiten stellte sich heraus, dass ich ins Schwarze getroffen hatte… Es ist das Buch über den „Friedhof der Bücher“.

Also habe ich den jungen Daniel auf seiner Entdeckungsreise zum Friedhof der Bücher begleitet und bin mit ihm den Spuren eines längst für tot erklärten Autors gefolgt, welcher in den übrig gebliebenen Exemplaren seiner Bücher weiterzuleben scheint. Auf höchst mysteriöse Weise wurden fast alle Exemplare von einer zwielichtigen Gestalt verbrannt und vernichtet. Als Daniel eines der letzten Bücher in den Händen hält, weiß er zunächst nicht, welche unheilvollen Schatten diesem Buch folgen. Im Barcelona um 1950 beginnt er die Fäden der Geschichte aufzunehmen und langsam zu entwirren. Mit ihm lernen wir skurrile, schaurige und traurige Persönlichkeiten kennen und erst am Ende zeigt sich das Gesamtkunstwerk dieses Buches. Auf all den Seiten wird der Leser zur Geduld gezwungen und immer wieder von neuem Spannung aufgebaut um den Leser zu fesseln und das Ende kaum zu erwarten.

Wer soll dieses Buch lesen?

Bücher-Liebhaber! Jeder der schon einmal ein Buch als besonderen Freund entdeckt hat, wird die Idee hinter dieser Geschichte lieben.

Nervenkitzel Fans, die gerne mitknobeln wie sich die Geschichte auflösen lässt und dabei die nötige Geduld mitbringen um kein Detail zu verpassen.

Vielleser – alle die 500 Seiten zum Nachtisch vernaschen oder sich davon zumindest nicht aufhalten lassen und die entsprechende Ausdauer aufbringen 😉

Keep on reading!

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