John Boyne und sein neues Werk „The heart’s invisible furies“

Außergewöhnlich, schräg, traurig, lustig, aufwühlend und doch optimistisch. Ein Buch, dessen Eindruck sich kaum kurz zusammenfassen lässt…

John Boyne hat im Februar dieses Jahres seinen neuen Roman „The heart’s invisible furies“ veröffentlicht. Nachdem Boynes Romane bisher in 51 Sprache veröffentlicht wurden, wird auch dieser wohl im Lauf dieses Jahres auf Deutsch erscheinen (ich halte euch auf dem Laufenden – also gerne hier oder auf Facebook folgen um dieses Buch nicht zu verpassen). In der Zwischenzeit können bereits alle Fans von Original-Texten auf English auf Ihre Kosten kommen.

Wer ist John Boyne? Ich denke viele von euch werden von seinem Roman „Der Junge im gestreiften Pyjama“ gehört haben (übrigens eigentlich ein Jugendbuch). Der wurde vor einigen Jahren auch verfilmt – also vielleicht ein Tipp für den nächsten Fernsehabend, wenn das Fernseh-Programm nichts Brauchbares hergibt! Tatsächlich war „The heart’s invisible furies“ mein erster Roman von dem weltbekannten irischen Autor – aber mit Sicherheit nicht mein letzter! Weitere Bücher von ihm sind gleich auf meiner Wunschliste gelandet…

Worum geht’s?

Cyril Avery is not a real Avery — or at least, that’s what his adoptive parents tell him. And he never will be. But if he isn’t a real Avery, then who is he?

Der Junge Cyril Avery kommt als uneheliches Kind in der Nachkriegszeit in Irland auf die Welt… Seine junge Mutter muss sich alleine durch das Leben schlagen, nachdem der Pfarrer der Kirche sie aus dem Dorf verwiesen hat als bekannt wurde, dass sie schwanger ist. So kommt es auch, dass Cyril bei Adoptiveltern landet. Das Buch erzählt Cyrils Lebensgeschichte – wie er aufwächst, seine Freunde kennenlernt und im Lauf der Jahre ständig auf der Suche nach sich selbst ist. Von Unsicherheiten geleitet, manövriert sich Cyril phasenweise von einer missverständlichen Lage in die nächste und ist gefangen in seinem Alltag.  Seine unverhohlene Bewunderung für den weit glamouröseren Freund Julian Woodbead stellt Cyril immer wieder in den Schatten und lässt Selbstzweifel in ihm aufkommen. Auch seine exzentrische Stiefmutter und sein Adoptivvater, der ständig betont, dass Cyril kein „echter Avery“ ist, lassen Cyrils Kindheit und Jugend alles andere als normal verlaufen.

If only the lives of the Averys  and the Woodbeads had never intersected in the first place. My nature might not have turned out any different but at least I wouldn’t have found  myself in this terrible mess.

In der Geschichte erleben wir die Entwicklung Irlands von den 1940er Jahren bis heute. Nahe am Alltag und teilweise mit schockierender Direktheit zeigt John Boyne anhand seiner Figur welchen Einfluss Politik, Religion und die allgemeine Denkweise der Menschen auf eine Einzelperson haben können. Dabei verliert der Autor nie die nötige Portion Humor und die Geschichte bleibt unterhaltsam und mit einer guten Dosis Sarkasmus auch sehr lebendig.

Had I been a person of more religious scruple, I might have believed that God had answered my prayers, but the fact was, before going to sleep that night I’d already committed a few more sins, so instead I put it down to good detective work on the part of Garda Síochána.

John Boyne widmete diese Buch John Irving. Auch wenn ich nicht genau sagen kann warum (und für mich „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ eher schleppend zu lesen war), passt diese Widmung ganz gut. Irgendetwas am Stil erinnert mich an John Irving – gefällt mir aber hier noch deutlich besser.

Wer soll mitlesen? Josef Harder-Fans (ich denke euch könnte der Humor gefallen – ist allerdings bei weitem nicht so schwarz wie der Harder’sche), Leser die die Kombination „Humor und Hirn“ schätzen, Leserinnen die endlich mal wieder ein Buch ohne das klassische „sie liebt ihn – er baut Mist – sie versöhnen sich – sie baut Mist – sie finden sich wieder und lieben sich für immer“-Schema lesen wollen.

Eines der wenigen Bücher, bei denen ich denke, dass es sowohl Männern als auch Frauen sehr gut gefallen wird und das aus dem üblichen Erzählschema ausbricht.

Ein großes Dankeschön an den Penguin Random House UK Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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